ADO JOURNAL

Migration: Ghana – Deutschland

Hallo, ich bin 14 Jahre alt und ich würde gerne erzählen, was Migration mit mir zu tun hat. Als meine Mutter 8 Jahre alt war, musste sie mit meinem Opa aus Ghana nach Deutschland fliehen. Den genauen Grund kenne ich nicht, aber es hatte etwas mit uns und der Königsfamilie zu tun. Am Anfang hatte sie es sehr schwer, da sie in einem neuen Land war, in dem sie keinen kannte und die Sprache nicht beherschte, das Schwerste war aber das Geldproblem. Sie hatten kein Geld, da sie alles hinter sich lassen mussten, ihre Mutter, Geschwister und Freunde. Das Einzige was ihr blieb, war ihre Schulbildung, die sie auch in Deutschland fortsetzte. Als sie 22 Jahre alt war, bekam sie mich, ein kleines Kind, das nicht wusste, in welche Verhältnisse es geboren wurde und was es anrichten würde. Mein Opa hat meine Mutter verstoßen, weil er es nicht wahrhaben wollte, dass ein so junges Mädchen schon ein Kind hat. Genauso sah es mein Vater, er wollte mich nie und hat uns verlassen, da war ich nicht einmal ein Jahr alt. Mit der Zeit haben wir uns aber selbst was aufgebaut. Als ich 2 Jahre alt war, bekam meine Mutter meine kleine Schwester. Da war wieder dasselbe Problem: Der Vater wollte sie nicht. Mit der Zeit wurden wir aber eine richtig glückliche Familie. Als dann aber meine zweite Schwester kam, begann alles den Bach runter zu gehen. Sie war nicht Schuld, aber ihr Vater, der meine Mutter wieder verließ, wollte, dass seine Tochter bei ihm lebt. Aus Verzweiflung fing meine Mutter an zu trinken und zu rauchen. Dies führte meist zur Vernachlässigung der Aufsichtspflicht. Manchmal schlug sie uns sogar mit Gegenständen. Einmal ist es sogar passiert, dass ich für kurze Zeit ohnmächtig war. Seitdem hatte ich jedes Mal Angst, dass eine meiner Schwestern nicht mehr aufsteht, wenn sie geschlagen wurde. Irgendwann hat es das Jugendamt mitgekriegt und wir kamen ins Heim. Alles, was mir heilig war, musste ich hinter mir lassen: meine Familie, ausser eine meiner Schwestern, meine Freunde und die Schule. Ab einem bestimmten Zeitpunkt konnte ich wieder zur Schule. Nach 2 Jahren kam ich dann aufs Gymnasium. Zu dieser Zeit war die Schule meine einzige Familie, da hier meine Freunde waren. Leider litt ich an starken Depressionen, die sich auf meine Noten auswirkten. Jetzt sind sie nicht mehr so schlimm.

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